Fatima Hauptplatz - Foto: Ingo Mehling
Seherkinder von Fatima
Siehe, deine Mutter!
 
 

Droß im Zeichen des Fatima-Jubiläums

Pfarr- und Wallfahrtskirche Droß
Droß, 20.04.2017 (dsp) Er ist einer der jüngsten Wallfahrtsorte und die einzige „Fatima-Pfarre“ der Diözese: Droß im südlichen Waldviertel. Seit über 60 Jahren pilgern Gläubige hierher. Im Fatima-Jubiläumsjahr 2017 verdienen Droß und die Fatima-Feiern in weiteren Pfarren besondere Aufmerksamkeit – vor allem wegen des Gebets um den Frieden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, hat sich der Ort Droß zu einem beliebten Wallfahrtsziel entwickelt. Die neu errichtete Pfarrkirche wurde 1953 vom St. Pöltner Bischofkoadjutor, dem späteren Wiener Kardinal Dr. Franz König, geweiht.
Von Anfang an war Droß ein Gebetszentrum im Sinne der Botschaft von Fatima. Seit Beginn pilgern Jahr für Jahr über 2.000 Gläubige zu den Fatimafeiern, die jeden ersten Samstag und jeden 13. Kalendertag eines Monats stattfinden. Es ist ein Ort des Gebetes, vor allem des Rosenkranzes und der Hoffnung: Hoffnung auf weltweiten Frieden, wie es das Anliegen von Fatima ist.
Pilger aus vielen Pfarren

Auch am 13. März sind über 100 Pilger nach Droß gekommen. Meist in kleinen Fahrgemeinschaften. Gläubige aus Horn und Eggenburg, aus Großglobnitz und Thaya und aus weiteren Pfarren, vornehmlich aus dem Waldviertel. Sie nehmen teil an der zweiten Vorbereitungsfeier zu „100 Jahre Fatima“. In den Sommermonaten, wenn die Fatimafeier erst am Abend beginnt und mit einer Lichterprozession endet, kommen weitaus mehr Pilger, gibt Wallfahrtsseelsorger Mag. Robert Bednarski zu verstehen.
Eine Pilgerin ist mit ihren zwei Freundinnen aus Langenlois da. Sie unterstreicht: „Seit dem Beginn der Wallfahrt 1954 komme ich hierher. Weil es mir ein Anliegen ist.“ Ein anderer Wallfahrer bringt es auf den Punkt: „Weil wir heute so viel Gewalt in der Welt erleben, brauchen wir das Gebet um Frieden. Darum bin ich hier.“

Pilger suchen Gemeinschaft

In der Kirche ist es still. Sie füllt sich langsam. Ab und zu hört man die Tür vom Beichtstuhl knarren. Pater Robert Bösner vom Stift Altenburg ist heute der Beichtvater. Über eine Stunde lang, bis zum Beginn der Messfeier ist er im Beichtstuhl. Es sind Dutzende, die zu ihm kommen.
„Immer wieder sind es auch jüngere Leute, die im Beichtstuhl ein Gespräch suchen“, weist Wallfahrtsseelsorger Ro­bert Bednarski hin. Er mache die Erfahrung, dass viele Pilger bei der Wallfahrt die größere Gemeinschaft im Glauben erfahren wollen, die sie in ihrer Heimatpfarre oft nicht mehr erleben.
Gerade die Krankensegnung bei den Fatimafeiern berührt auch jene, die Probleme und Leid mit sich tragen. Wenn er mit der Monstranz durch die Kirche geht, „spüren die Menschen förmlich die Nähe Gottes im eucharistischen Brot: Er kommt zu uns, uns zu helfen. Er ist nahe“, sagt Bednarski.
Beim Rosenkranzgebet vor der Heiligen Messe vermischt sich das Gebet der Gläubigen mit dem Surren des Baukrans vor der Kirche, wo gerade der Turm saniert wird. Er ist im vergangenen Sommer durch einen Brand zerstört worden. Es scheint wie ein gemeinsamer Aufbruch zu sein – „Erneuerung außen und innen“, kommt einem in den Sinn.

„Feuer am Dach“

Es muss ein gewaltiger Schock gewesen sein, als am 24. Juli vergangenen Jahres etwa eine Stunde nach Mitternacht ein Blitz in den Turm eingeschlagen hat und das Turmdach samt Dachstuhl ein Raub der Flammen wurde. Nur dem schnellen Eingreifen von mehr als 100 Feuerwehrleuten war es zu verdanken, dass der Schaden nicht größer wurde. Die Schlussarbeiten der Sanierung sind derzeit voll im Gange. Für den zuständigen Pfarrer Mag. Pawel Sordyl und die ganze Pfarre war es eine große Freude, dass die Glocken der Wallfahrtskirche rechtzeitig zu Ostern wieder erklingen konnten.

Maria ermutigt

Fatima hat eine kirchliche Tradition, unterstreicht Wallfahrtsleiter P. Robert Bösner dann in der Predigt. Denn beim Rosenkranzgebet werde das Leben Jesu an der Hand Mariens betrachtet: „Auf Jesus kommt es an!“ Er verweist auf eine Darstellung Mariens mit ausgebreiteten Armen und brennendem Herzen, die sich im spanischen Kloster von Tuy befindet. Luzia, eines der Seherkinder, ist dort 1926 in das Noviziat eingetreten. Dort ist ihr auch Maria erschienen, die sagte: „Habe Mut, es wird alles gut, ich bin bei dir!“ Diese Ermutigung drücke auch die Marienstatue von Tuy aus, erläutert P. Robert und lässt ein Bild dieser Statue mit dem Jubiläumsgebet von Fatima an alle Wallfahrtsteilnehmer austeilen.

Marienpark und Kapellen

Unmittelbar neben der Kirche befindet sich der 1997 geweihte Marienpark. An diesem Tag liegt er ruhig und still im milden Sonnenschein. In ihm befinden sich zwei Kapellen. Die Rosenkranzkapelle mit einer Ma­rienstatue von einem Künstler aus Fati­ma, die bereits 1987 durch Bischof Alberto Cosme do Amaral von Leiria-Fatima geweiht wurde. Die zweite Kapel­le ist die der seligen Kinder Francis­co und Jacinta. Diese hat Bischof Dr. Klaus Küng 2008 geweiht. Sie wurde von den Mitgliedern der Ver­einigung „Fatima-Apostolat-Pilgerreisen“ erbaut. Dieser Verein ist es auch, der Wallfahrten fördert, plant und organisiert. Seit seinem Bestehen im Jahr 2001 hat er etwa 50 Wallfahrten durchgeführt, 17 davon nach Fatima in Portugal. Vorher war es das „Fatima-Apostolat der Wallfahrtskirche Droß“. Seit 1983 kann man insgesamt 80 Wallfahrten mit über 2.500 Teilnehmern verzeichnen.

Kirche bunt/Hans Pflügl